Musik

MusikMusik ist als ein durch Ton oder Geräusch erzeugter Schall die menschliche Ausdrucksform, sei es eines Individuums oder einer Gruppe. Ob in Gesang oder Instrumentenklang ausgeformt ist sie seit Menschengedenken Kulturbestandteil weltweit. Wünsche, Sehnsüchte und Stimmungen teilten schon vermeintlich primitive Naturvölker über Behelfsinstrumente oder bewusstes Wiederholen unterschiedlicher Tonreihen ihren Mitmenschen mit bzw. dienten der eigenen Darstellung vor vermeintlichen Geistern und Göttern. Seit ihren Ursprüngen hat die Musik so über Jahrtausende an
Vielfalt, Facetten und auch Virtuosität stets neue Nuancen erhalten.

Auch in heutiger Zeit begleitet den Menschen Musik von Kindesbeinen an. Ein Kleinkind erfährt musikalische Eindrücke ja schon unmittelbar durch Eltern oder aber Radio-, TV- oder Internetakustik. Für eine Beschäftigung mit zumindest Klang und Melodie sorgt jedoch häufig schon im Säuglingsalter das erste entsprechende Spielzeug. Im Jugendlichenalter erfolgt in der Schule die Beschäftigung mit Musik über Noten- oder Instrumentenunterricht. Je nach Neigung kann der junge Erwachsene Musikkenntnisse nach eigenem Antrieb oder Anleitung in Volkshochschulen, musizierenden Vereinen, Bands usw. verfeinern und anwenden. Die Vielfalt und Schnellebigkeit vorhandener Musikrichtungen und Stilen ist geradezu gigantisch. Alleine die Facetten der Musikausrichtung moderner Discotheken spricht hier eine deutliche Sprache.

Eine wesentliche Voraussetzung für die heutige Musikvielfalt liegt in der Möglichkeit der zeitlosen Wiedergabe von Musik über Tonträger aller Art. Geradezu rasant beschleunigt wird sie durch neue Multimedia-Anwendungen die Wiedergabe, Transfer und Speicherung erleichtern. Beispielhaft sind hier nur Multimedia-Geräte, neue Handy-Generationen und zugehörige Applikationen zu nennen. Auch trägt die Qualität mit der Konzerte und Aufführungen übertragen werden können mit zur hohen Popularität der Musik bei. Befördert werden durch gewonnenes Standing so Sänger und Künstler werbewirksam in ihrer Karriere, wofür namentlich Oscar-Preisträger von Filmmelodien, Gewinner von European Song Contests, oder Dirigenten von Weltformat stehen können.

Zu allen Zeiten Musik

Musik hat zu allen Zeiten die Menschen erfreut und jede Stilepoche in der Geschichte zeichnet sich durch ihre eigene Musik aus. So ist die Musik ein Ausdruck ihrer Zeit und gibt Aufschluss über das, was die Menschen denken. Die Protestmusik und die aus dem Hip Hop geborenen Rhythmen unserer Zeit sind dafür ein exzellentes Beispiel. Somit hat sich die Musik immer wieder als Sprache verstanden, die jeder versteht.

Man nimmt an, dass es Musik schon so lange gibt, wie menschliches Leben existiert. Die ältesten Instrumente, die gefunden worden, sind 35 000 Jahre alt. Dabei handelt es sich um Flöten, die aus Knochen hergestellt wurden. Den Gesang gibt es jedoch schon seit viel längerer Zeit. Um zu singen, sind anatomische Voraussetzungen nötig. Man nimmt heute an, dass sich diese Fähigkeit schon zu der Zeit entwickelte, als sich der aufrechte Gang vor etwa 2 Millionen Jahren ausprägte. Durch das Sinken des Kehlkopfs und das Ausprägen der Mundhöhle waren die Menschen in der Lage, Töne zu produzieren, die sich in unterschiedlicher Lautstärke und Klangfärbung zu Musik zusammensetzen ließen.

So erweist sich die Musik als wohl die älteste Kunst der Menschheit und hat sich zusammen mit der menschlichen Kultur über die Jahrtausende weiter entwickelt. Der Gebrauch von Werkzeugen ermöglichte die Herstellung von Instrumenten, wie der Knochenflöte. Im Laufe der Zeit wurden die Materialien, die der Mensch zu bearbeiten verstand, immer vielfältiger und auch die Instrumente prägten sich entsprechend aus. So entstanden beispielsweise schon in der Bronzezeit die ersten Instrumente aus Metall, die der Musik einen ganz neuen Klang zu geben vermochten.

Die Bedeutung, welche die Musik in den verschiedenen Kulturen gehabt hat, kann man schon an den Grabbeigaben im alten Ägypten erkennen. Hier hatten die Instrumente nicht nur einen hohen Stellenwert beim Musizieren, sondern waren auch geschätzte Gaben, die den Gräbern beigefügt wurden. Dabei handelte es sich oftmals um reich verzierte Instrumente, die den Wohlstand und die Wichtigkeit des Verstorbenen zum Ausdruck brachten. Musik hatte also auch in jener Kultur eine große Bedeutung und die Toten sollten auch in ihrem Leben in Jenseits von den Instrumenten begleitet werden, die ihnen einst im Leben Freude bereiteten.

Klassische Musik und ihre Komponisten

Der Begriff klassische Musik ist recht weitläufig und wird in der Regel eingesetzt, um die moderne Unterhaltungsmusik von den Kompositionen vergangener Epochen zu differenzieren. Die Werke der klassischen Musik sind heute untrennbar mit unserem kulturellen Erbe verbunden und werden auch in unserer Zeit immer wieder genossen. Lieder, Opern und Operetten erinnern an vergangene Zeiten und die Melodien, die einst gefielen, faszinieren auch heute noch.
Besonders im 18. und 19. gibt es eine Reihe von Komponisten, deren Werk auch heute in aller Welt geschätzt wird. Ihre unsterblichen Waisen werden in aller Welt geschätzt und sind ein Zeitzeugnis, das lebendig geblieben ist.

Antonio Vivaldi war ein berühmter Geiger und Komponist, der 1678 in Venedig geboren wurde. Seine Leidenschaft gehörte der Geige und er schrieb mehr als 400 dreisätzige Violinenkonzerte. Die Vier Jahreszeiten gehört heute zu den bekanntesten Werken des Meisters. Nach dem Tod Vivaldis im Jahr 1741 gerieten seine Kompositionen zunächst in Vergessenheit und wurden erst um 1925 wieder neu entdeckt.

Im Jahr 1685 wurde Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren. Er gilt heute als einer der schaffensfreudigsten Komponisten. Zu seinem Werk gehören mehr als 1000 Kantaten, von denen er viele in seiner Eigenschaft als Thomaskantor der Stadt Leipzig verfasste. Dazu bildeten oft Bibel- und Choraltexte die Vorlage. Die Musik Bachs ist durch geistige Ordnung und Gefühlstiefe gekennzeichnet und schafft einen wunderbaren Einblick in die Gedankenwelt seiner Epoche.

Einer der größten Namen der Musikgeschichte ist Wolfgang Amadeus Mozart. Der begnadete Komponist brachte mehr als 600 Werke hervor. Bühnenwerke, wie die Zauberflöte, Cosi fan tutte und Figaros Hochzeit werden auch heute gerne in Szene gesetzt und von einem breiten Publikum genossen. Der Salzburger Komponist wurde im Jahr 1759 geboren. Bereits mit drei Jahren spielte das Musikgenie Klavier und komponierte im zarten Alter von vier Jahren kleine Stücke. Mit 13 Jahren wurde er in Salzburg zum Konzertmeister ernannt. Heute wird des außergewöhnlichen Künstlers mit der Mozartwoche in Salzburg sowie vielen anderen Veranstaltungen gedacht.

Ein anderes musikalisches Genie war Ludwig van Beethoven. Er markiert nicht nur die Vollendung der Wiener Klassik, sondern gilt auch als Wegbereiter für die Musik der Romantik. Seine Musik ist die Überleitung in das 19. Jahrhundert und gilt heute als Inbegriff der klassischen Musik. Ebenso wie Mozart begann auch Beethoven seine musikalische Karriere im Kindesalter. Mit elf Jahren spielte er in der Kirche die Orgel und mit 13 Jahren erschien seine erste gedruckte Komposition, die Dresslervariationen. Zu den populärsten Werken gehört die fünfte Symphonie, die auch als Schicksalssymphonie genannt wird. Die siebte Symphonie entsteht zur Zeit des preußischen Befreiungskrieges und spiegelt patriotische Elemente wieder. Die neunte Symphonie entstand in der letzten großen Schaffensperiode des Komponisten, als er bereits von schwerer Krankheit gezeichnet war. Sie gilt als richtungweisend für die Romantik.

Franz Schuberts Werk wird auch heute noch in vielen Liederabenden genossen. Der 1797 geborene Künstler verstarb bereits mit 31 Jahren an Typhus. Sein Werk zeichnet sich durch die Vertonung von Gedichten von Goethe und Heine aus. Auch Liederzyklen wie ¨Die schöne Müllerin¨ uns ¨Eine Winterreise¨ begründeten seinen Ruhm.

Einer der wichtigsten Komponisten und Pianisten des 19. Jahrhunderts war Frederic Chopin. Der 1810 in Polen geborene Künstler widmete sich fast ausschließlich den einsätzigen Werken für das Klavier. Obwohl er die größte Zeit seines Berufslebens in Paris verbrachte, gilt er als die wichtigste Persönlichkeit in der polnischen Musikgeschichte. Polonaisen und Mazurken erinnern an seine polnische Heimat. Die erste Polonaise schrieb er im Jahr 1817 im Alter von sieben Jahren. Eine Anzahl von raschen Walzern waren beliebte Unterhaltungsmusik der Epoche und wurden in den gepflegten Salons Europas großer Städte gespielt.

Die Opern von Giuseppe Verdi faszinierten ein italienisches und dann auch internationales Publikum über eine Zeitspanne von fast 50 Jahren. Obwohl seine ersten Werke nicht vom Erfolg gekrönt waren, schaffte er mit der Oper Nabucco den Durchbruch. Besonders der Chor Va Pensiero wurde zu einer geheimen Nationalhymne für das italienische Volk, das nach Freiheit strebte. Nabucco wurde so stark politisiert, das der Name Verdi für Victor Emanuele Re d'Italia stand. Die Werke, die auf Nabucco folgten, setzten eine ganz neue Tendenz in der italienischen Oper. Ihr Thema ist das Schicksal von Außenseitern und das innere Drama, das sich daraus entspinnt. Hier zu nennen sind Rigoletto, La Traviata und Il Trovatrore. Seine insgesamt 28 Opern sind von nationalem Charakter gezeichnet und verraten außer musikalischem Genie Willensstärke und ein Streben nach Perfektion.

Den Höhepunkt der deutschen Romantik bildet das Werk von Richard Wagner. Sein Werk, das die Oper revolutionierte, fasziniert bis heute. Wagner stammte aus kleinen Verhältnissen. Zu Beginn seiner musikalischen Karriere musste er einige Misserfolge einstecken, bis ihm mit der Oper Rienzi der große Durchbruch gelang. Zwei Jahre darauf führt er die Oper ¨Der fliegende Holländer¨ in der Dresdener Semperoper auf. Hier schaffte der visionäre Künstler eine Komposition, in der Leitmotiv und Personen durch die Musik charakterisiert werden. Schließlich war es Wagner möglich, in Bayreuth ein eigenes Festspielhaus zu gründen, in dem er seine Werke ganz nach seiner eigenen Vision inszenieren konnte. Hier kamen unvergessliche Werke wie ¨Die Meistersinger von Nürnberg¨, ¨Der Ring der Nibelungen¨ und schließlich sein letzte Werk,¨Parsifal¨ zur Aufführung. Der Komponist konnte sich endlich als Erneuerer der Oper durchsetzen.

Der bedeutendste Komponist Russlands war der 1840 in Wotkinsk geborene Peter Illitsch Tschaikowsky. Er begann erst im Alter von 23 Jahren seine musikalische Karriere. Die herrlichen Ballette Schwanenseee, Dornröschen und der Nußknacker gehören auch heute noch auf den Spielplan aller Ballettbühnen. Darüber hinaus hat Tschaikowsky Kammermusik und Orchesterwerke komponiert, von denen die Symphonie Pathétique die bekannteste ist.

Claude Debussy repräsentiert ein weiteres Bindeglied in der Geschichte der musikalischen Komposition. Wie auch Wagner versuchte Debussy sich von den stilisierten Zwängen der Operntradition befreien und eine neue Oper schaffen. Das gelang ihm mit der Literatur Oper Pelléas et Méllisande. Sein werk versteht sich heute als Überleitung von der Musik des 19. Jahrhunderts zu modernen Rhythmen.

Das junge 20. Jahrhundert schreibt auch in Amerika Musikgeschichte. Der Komponist George Gerschwin schuf sich sowohl in der klassischen Musik, als auch in der Unterhaltungsmusik einen Namen. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Oper Porgy und Bess und Ein Amerikaner in Paris. Der Sprung in ein neues Jahrhundert ist vollbracht.

In Deutschland macht zur gleichen Zeit Kurt Weill von sich hören. Er schuf für die Werke von Bert Brecht eine völlig neue Art von Bühnenmusik und erlebte mit der ¨Dreigroschenoper¨ weltweit einen riesigen Durchbruch. Lieder, wie Mackie Messer sind unvergessliche Boten aus dieser Zeit.

Die Entwicklung der Musik im 20. Jahrhundert

Es hat in der Musikgeschichte wohl nie eine Zeit gegeben, in der so viele Erneuerungen geschaffen wurden, wie im 20. Jahrhundert. Schon allein die Tatsache, dass Lieder aufgenommen werden konnten und auf diese Weise einem breiten Publikum zugänglich wurden, setzte den Musikgenuss in eine andere Dimension. Das Grammophon und die Schallplatte spielen dabei eine vorrangige Rolle. Bereits im Jahr 1887 erfindet Emil Berliner ein Gerät zur Aufnahme und Abgabe von Tönen. Das Jahr 1892 markiert den Beginn der Vervielfältigung von Schallplatten. Während der Antrieb der ersten Geräte noch per Hand erfolgte, wurden bald Federwerke und Elektromotoren eingesetzt. Vergleichbare Geräte wurden dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch bald von anderen Firmen hergestellt. Gegen Ende der 1920er Jahre erlebte das Grammophon seine größte Beliebtheit. Die Charlston Rhythmen der Zeit wurden in vielen eleganten Häusern auf dem Grammophon abgespielt und diese konservierte Musikstücke wurde bald zum Herzstück chicer Parties.

Im Jahr 1923 begann auch der Übertragungen im Rundfunk. Die Funkstunde Berlin gehörte zu den ersten Rundfunksendungen in Deutschland. Ab dem Jahr 1930 wurde der Volksempfänger angeboten, der zu einem erschwinglichen Preis erhältlich war. Wenn es auch dessen Sinn war, die Nazi Propaganda so weit wir möglich in deutschen Haushalten ertönen zu lassen, hatte dieses Gerät jedoch auch den Effekt, dass nun in einer großen Mehrzahl von Familien Radiomusik empfangen werden konnte.

Aus dem Grammophon entwickelte sich zur selben Zeit der Schallplattenspieler, der in den Jahren zwischen 1930 und den später sechziger Jahren der wichtigste Tonträger war. Er wurde dann zum Teil von den Kompaktkassetten und schließlich von den Kompakt CDs abgelöst.
Mit dem Internet und der Computertechnologie hat sich die Musik gegen Ende des 20. und zu Beginn der 21. Jahrhunderts wiederum in eine neue Phase begeben. MP3 Spieler und moderne Smartphones machen es möglich, auf kleinstem Raum viele Musikstücke zu speichern, so dass heute jeder in der Lage ist, seine Lieblingsmusik überall mit sich zu führen. Durch das Internet können Musiktitel heruntergeladen werden oder auch mit anderen Teilnehmern geteilt werden. Auf diese Weise sind sie viel leichter zugänglich geworden und man kann von aktuellen Songs bis zu alten Aufnahmen so ziemlich alles finden, was man sich wünscht. So ist Musik auch heute ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens, hat dabei jedoch einen verstärkt individuellen Charakter angenommen.

Jazz Rock und Pop für jedermann

Die technischen Möglichkeiten, die sich Verbreitung der Musikstücke im 20. Jahrhundert geboten haben, führten auch zu einer gewissen Globalisierung der Musik. Waren Musikrichtungen früher oft lokal begrenzt, so lauscht man heute überall den internationalen Charts und was hier gefällt, ist oft auch in Amerika oder sogar in Japan populär. Die Bindung der populären Musik an die Massenmedien haben die moderne Musik zur Internationalität verholfen. Moderne Popmusik hat keinerlei Bindung mehr an nationale oder gar lokale Traditionen und wird auf der ganzen Welt gehört. Regionale Musiktraditionen sind vielmehr zu einem Ganzen verschmolzen. Jazz, Pop und Rock, die Musik des 20. Jahrhunderts, markiert genau diesen transnationalen Zusammenhang, der für die heutige Zeit so charakteristisch geworden ist.

Der Jazz ist dabei die erste der Musikformen, die internationalen Anklang fand. Die Rockmusik ist zunächst noch auf amerikanische Einflüsse zurückzuführen, während Beat zunächst einen eindeutig britischen Einschlag hatte. Die Popmusik kann nicht mehr aus solche nationalen Wurzeln zurückgeführt werden.

Moderne Musiklegenden

Genau wie die klassische Musik von den großen Komponisten geprägt ist, so gibt es auch in der modernen Musikform große Idole, die der Musikgeschichte ihren Stempel aufgeprägt haben.

Louis Armstrong gehört zu den großen Musikern des 20. Jahrhunderts. Seine Karriere begann in einer Band, die sich Fate Marable nannte und auf den den Mississippi Dampfern spielte. Armstrong war der Trompeter der Band. Als er später in die Band von Fletcher Henderson wechselte, wurde er schnell zum Starsolisten. Im Jahr 1926 brachte er seinen ersten Hit heraus. Muskrat Ramble wurde ein erster Erfolg, den er mit 1932 mit All Of Me noch übertreffen konnte. Louis Armstrong hat den Jazz aus New Orleans wesentlich beeinflusst und gilt als Vorbild für Generationen von Jazz Trompetern, die sich auch heute noch von seiner Technik beeinflussen lassen. Als das Trompetenspiel mehr und mehr an seiner Gesundheit zehrte, widmete sich Louis Armstrong, vom Publikum auch liebevoll Satchmo genannt, dem Gesang. Unter anderem interpretierte er die Filmmusik zu dem James Bond Film ¨Im Geheimdienst ihrer Majestät¨.
Seine unverwechselbare Stimme hat den 1971 verstorbenen Sänger unvergesslich gemacht.

Das erste große Idol der modernen Musikrichtung war mit Sicherheit Elvis Presley. Weltweiter Erfolg und seine persönliche Ausstrahlung trugen ihm den Namen ¨The King¨ ein . Er wurde durch einen Musikstil bekannt, der mit ihm entstand und eine Mischung aus schwarzem Rhythym and Blues und weißer Country Musik ist. Seine Faszination ging von einem Zusammenspiel aus mitreißendem Rhythmus, eindrucksvoller Stimme und Bühnenpräsenz aus, mit der er sein Publikum immer wieder in neue Begeisterungsstürme versetzte. Die Stimme des Idols umspannte fast drei Oktaven, was ihm die Möglichkeit gab, in seinen Liedern mit der Stimme eine ganze Welt von Gefühlen zu schaffen. Besonders an Elvis war aber auch sein Auftritt auf der Bühne. Der enge, auffällige Dress, der bis zu diesem Zeitpunkt noch von niemandem getragen wurde, stellte etwas ganz besonderes dar. Moderne und Sexappeal zogen besonders weibliche Fans an und erzeugten eine Idealisierung, die weit über die Musik hinaus ging. Mehr als 1 Milliarde verkaufte Tonträger machten ihn zu einem der erfolgreichsten Künstler aller Zeiten. Elvis führt auch heute die Liste von Billboards an, auf der die 500 erfolgreichsten Künstler ab 1955 aufgeführt sind. Zu seinen großen Hits gehören Heartbreak Hotel, Hound Dog, Love Me Tender, sowie Can´t Help Falling In Love , Return to Sender und Devil In Disguise.

Ähnlich erfolgreich wie Elvis Presley waren die Beatles. Die englische Gruppe aus Liverpool begründete den Beat und feierte in den sechziger Jahren weltweite Erfolge. Die Besetzung der Gruppe bestand aus John Lennon - Gesang und Gitarre, Paul McCartney - Bass Gitarre, Keyboard und Gesang, Ringo Star - Schlagzeug und Gesang und George Harrison - Melodie Gitarre und Gesang. Im Jahr 1962 nahm die Gruppe ihre erste Single auf. Love Me Do verhalf der Band zum Durchbrauch. Sie landeten auf Anhieb auf Platz 17 der englischen Charts und konnten sich dort auch über Wochen hinaus halten. Darauf folgt das erste Album : Please Please Me. Radioauftritte und Konzerte werden von Manager Brian Epstein geschickt arrangiert. Die Beatles landen einen Hit nach dem anderen und die Fans sind begeistert. Die Beatle Mania bricht aus.Ihr typischer Haarschnitt, der Pilzkopf wird von Jugendlichen kopiert und die Beatles stehen für alles, was in ist. Die Beatles schafften ihren eigenen Stil. Melodien im 4/4 Takt, die zum Mitsummen ideal geeignet waren, konnten überall gehört werden. Die Verarbeitung von Erfahrungen, wie beispielsweise der Genuss von Rauschgift gehören auch zu den Texten der Band, die sich gegenüber anderen Rock Bands als eher brav charakterisiert. Titel wie Day Tripper oder She Said, She Said befassen sich mit dem Problem der Drogensucht.
Hits wie Let It Be, Hey Jude, Sgt. Pepper's Loneley Hearts Club Band und Yesterday krönten den Erfolg der Band. Als die Band 1970 auseinanderbrach, verfolgten die einzelnen Integranten Solo Karrieren. Dabei war hauptsächlich Paul McCartney erfolgreich, der heute mit seinen Liedern immer noch Begeisterung auslöst.

Ebenso eine Legende ist der im Jahr 2009 verstorbene Sänger Michael Jackson. Er fand sein Betätigungsfeld nicht nur als Sänger, sondern auch als Komponist und Tänzer. Die von ihm choreographierten Bewegungsabläufe sind einzigartig und vielfach imitiert worden. Die musikalische Karriere von Michael Jackson begann bereits im Kindesalter, als er Mitglied der Band The Jackson Five war. Seine erste Single im Alleingang, Got to Be There erreichte sofort die Nummer vier in den amerikanischen Charts. Im Jahr 1979 brachte er sein erstes Solo Album mit dem Titel Off The Wall heraus. Das Album mit dem Namen Thriller, das im Jahr 1982 produziert wurde, gilt heute als das meistverkaufte Album weltweit. Weitere Erfolge feierte Michael Jackson mit Bad im Jahr 1987. Kurz nach dem Erscheinen dieses Albums ging Jackson allein auf eine Welttournee, die überall mit ausverkauften Häusern begrüßt wurde. Daran schlossen sich Dangerous im Jahr 1991, HiStory im Jahr 1995 und Invincible im Jahr 2001 an
In den Jahren 1996/97 ging er mit der Hi Story World Tour erneut auf Tournee. Den Auftakt bildete ein Konzert in Prag, das mit 150 000 Zuschauern zählte.
Im Jahr 2000 wurde Michael Jackson bei den World Music Awards mit dem Preis als best-verkaufter männlicher Popstar des Jahrtausends ausgezeichnet.
Seit Jahren war bekannt, dass Jackson große Mengen von Schmerzmitteln zu sich nahm. Im Jahr 2009 starb das musikalische Genie an einer Überdosis dieser Mittel. Noch heute betrauert die Welt der Popmusik den Tod ihrer größten Stilikone.

Ein Superstar ganz anderer Art war der italienische Tenor Luciano Pavarotti. Sein ursprüngliche Metier war die klassische Musik. Mit seiner großartigen Stimme sprengte er jedoch die Grenzen zwischen klassischer und moderner Musik. Er begann sien Karriere als lyrischer Tenor und spezialisierte sich auf Partien von Bellini und Donizetti. Doch mit den Jahren entwickelte sich seine Stimme zum Verismo der Opern von Leoncavallo und Puccini. Der Dirigent Herbert von Karajan beschrieb ihn als einen Jahrhunderttenor. Neben seinen Erfolgen in der Welt der Oper verfolgte er auch die Sparte des Crossover. Zahlreiche Duette mit namenhaften Popstars verhalfen ihm zu einem Ruhm, der weit über Opernfreunde hinaus ging. Seine CDs wurden in PopCharts gelistet und fanden Anhänger auch unter einem Publikum, dass sich sonst nicht für klassischer Musik interessiert. Zusammen mit Placido Domingo und Carreras bildete er ¨Die drei Tenöre¨, die in zahlreichen Konzerten ein großes Publikum begeisterten. Pavarotti zeichnete sich durch seine klare Intonation und seine ausgezeichnete Diktion aus, die seine Interpretation zahlreicher Arien einzigartig macht. Luciano Pavaroti starb im Alter von 71 Jahren nach längerer Krankheit an Nierenversagen.

Im Zug der Zeit - elektronische Musik

Die elektronische Musik ist in Deutschland gar nicht so jung, wie manche vermuten möchten. Schon seit den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist diese Art der Musik bekannt.
Das erste elektronische Arrangement geht sogar schon auf das Jahr 1919 zurück. Es wurde von dem russischen Ingenieur Leon Theremin entwickelt und nach seinem Erfinder benannt. Auch in den dreißiger Jahren wurde immer wieder mit elektronischer Musik experimentiert. Im Jahr 1951 schließlich wurde das erste elektronische Tonstudio von Herbert Eimert im Kölner WDR eröffnet. In den sechziger Jahren macht sich die neue Musikszene die Möglichkeiten der Studios zu Nutzen. Mit Overdubs, Nachbearbeitung und Effekten entsteht fast ein eigenständiges Instrument, dass der Musik ihren Charakter verleiht. Das geht soweit, dass beispielsweise die Beatles sich immer mehr von den Bühnenauftritten zurückzogen, weil ihre Studio Effekte auf der Bühne einfach nicht nachvollzogen werden konnten.

In den siebziger Jahren gab es dann auch Ansätze zur rein elektronischen Musik. Die deutsche Gruppe Kraftwerk erwies sich als bahnbrechend und ihr Titel Autobahn sorgte im Jahr 1974 für Aufsehen. Roboterhafte Stimmen und ein gleichförmiger, maschinengleicher Rhythmus gaben dieser Musik ihren ganz speziellen Charakter. Die Tanzmusik der Epoche wurde vom Schaffen des Produzenten Giorgio Moroders beeinflusst. Seine Schlager mit Synthesizereinsatz wurden auf den Tanzflächen der siebziger Jahre geschätzt und Love To Love You Baby, seine synthetische Interpretation des Philadelphia Soul mit dem Gesang von Donna Summer, wurde zu einem riesigen Erfolg. Die achtziger Jahre waren von der Szene der ¨Neue deutsche Welle¨ gekennzeichnet. Die deutsche Version des Punk war zunächst schwer zu vermarkten, da sowohl seitens der Plattenfirmen auch auch von den Gruppen eine Abneigung bestand, diese aus der Subkultur geborene Musik zu industrialisieren. Schließlich waren es Gruppen wie Fehlfarben und Daf, die diesen Bann brachen. Die erfolgreichste Interpretin der neuen Welle war Nena, deren Titel 99 Luftballons um die ganze Welt ging. Auch Falco machte mit ¨Der Kommisar¨ von sich hören und Peter Schilling feierte mit Major Tom Erfolge, die weit über den deutschen Sprachraum hinausgingen.

In den neunziger Jahren verwandelten sich die einst eher schrillen Töne der elektronischen Musik in Massenkultur. Dazu trug in großem Maße auch die im Jahr 1989 gestartete Love Parade in Berlin bei. Bald gab es einen Wettstreit unter deutschen Großstädten, die sich alle als neue Techno Hochburg verstehen wollten. Doch das Techno Fieber war nur von kurzer Zeitdauer und schon zur Jahrtausendwende begann sich der Musikgeschmack zu wandeln. Die elektronische Musik hatte sich immer als Avantgarde verstanden. Doch machten sich nun gewisse Abnutzungserscheinungen deutlich, die Folge der starken Kommerzialisierung in den neunziger Jahren waren. So hat sich in den letzten Jahren eine neue Besinnung zur Rock Musik herauskristallisiert, die elektronisch aufbereitet wird.
Der zunehmende Gebrauch von Computern schuf ebenfalls neue Einflüsse in der Musik. Die Möglichkeit, Geräusche und Effekte in die Musik einzuarbeiten, hat neue Perspektiven eröffnet.

Die heilsame Wirkung der Musik

Musik wird als angenehm und entspannend empfunden. Zusätzlich kann Musik jedoch auch eine heilende Wirkung auf den Menschen haben. Die Musik Therapie wird heute vielerorts eingesetzt und eignet sich beispielsweise für Patienten nach einem Schlaganfall, chronisch Kranke und Krebspatienten, aber auch für Kinder mit Behinderungen oder Lernstörungen. Sie ist heute eine eigenständige Heilmethode, die in der Lage ist, seelische, körperliche und geistige Gesundheit wiederherzustellen. Die älteste Form der Musiktherapie ist rezeptive Therapie. Hierbei nimmt der Patient eine passive Rolle ein und lauscht der von Therapeuten vorgespielten Musik. Im Gegensatz dazu steht die aktive Musiktherapie, in dem der Patient aktiven Anteil an der Entstehung der Musik nimmt. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Patient eine musikalische Begabung oder Bildung besitzt, oder nicht.
Die Therapie mit Musik ist besonders in allen den Fällen von unschätzbarem Wert, wo eine verbale Kommunikation erschwert ist. Sie bietet die Möglichkeit, soziale Dialoge aufzubauen und solche Probleme zu bearbeiten, die sich bisher nicht verbalisieren ließen. Im Rahmen der Musiktherapie wurde jedoch auch erkannt, dass einzelne Patienten auf das gleiche Musikstück völlig unterschiedliche Reaktionen haben können. Eigener Geschmack und der sozio-kulturelle Hintergrund spielen dabei eine Rolle. Diese Erkenntnis rief die Musik-Rezeptionsforschung ins Leben, die sich heute intensiv damit beschäftigt, psychotherapeutisches Vorgehen mit den Ergebnissen der funktionalen Wirkung von Musik zu verbinden.
Musik ist zu jeder Zeit ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens. Der medizinische Ansatz der Musik Therapie lässt erkennen, dass Musik zu viel mehr dient, als zur Entspannung und zum Vergnügen. Jeder kennt den positiven und belebenden Effekt, den Musik haben kann, wenn man sich traurig oder allein fühlt.
Die Musik tut auch schon dem Ungeborenen wohl. So wird Schwangeren immer wieder empfohlen, Musik zu hören. In der Tat ist das Ohr des Babys schon ab dem vierten Schwangerschaftsmonat völlig ausgebildet. Töne können von außen zu dem Baby vordringen und schaffen eine erste Brücke mit der Welt außerhalb des Uterus. Das Baby verbindet Musik, die es im Uterus hört, mit der Mutter. So kann man häufig bemerken, dass Kleinkinder einer bestimmten Musik gerne lauschen, die auch die Mutter während der Schwangerschaft gehört hat. Man sollte darauf achten, Babys nur mit natürlicher Musik zu konfrontieren. Synthetische Klänge und die gleichförmigen Schwingungen elektronische Musik lösen beim Baby Abwehr aus.

Die Musikindustrie

Seit etwa hundert Jahren besteht die Musikindustrie, die sich der Kommerzialisierung der Musik widmet. Maßgeblich für die Industrie war natürlich das Aufkommen der ersten Schallplatten. Hier entstand eine Möglichkeit, beliebte Musik zu konservieren und auch weit über ein Konzert hinaus zu verkaufen. Somit kann man davon ausgehen, dass die Musikindustrie gleichzeitig mit der Möglichkeit geboren wurde, Musik auf einem Tonträger festzuhalten. Zum ersten Mal bestand die Möglichkeit, Musik bestimmter Interpreten immer dann zu hören, wenn man es wünschte und die Menschheit reagierte mit Begeisterung. Somit stand der aufstrebenden Musikindustrie von Anfang an ein Produkt zur Verfügung, dem es an Anfrage nicht mangelte. Das beste Beispiel für das Zusammenwirken von Musikindustrie und Interpreten zum beiderseitigen Vorteil ist die Geschichte von Enrico Caruso. Emil Berliner, Erfinder des Grammophons, verstand, dass seine Geräte sich besser verkaufen würden, wenn eine reiche Auswahl an Schallplatten angeboten wird. Somit sendete er Mitarbeiter in alle Welt, um Musik aufzuzeichnen. Dabei stieß er in Mailand auf den jungen Tenor Enrico Caruso. Er nahm mit ihm zehn Arien auf, die als Schallplatte angeboten wurden. Somit war der Grundstein zur Karriere des ersten Schallplatten Stars gelegt. Im Laufe seiner Karriere nahm Caruso mehr als 200 Schallplatten auf. Die Karriere des Sängers aus dem italienischen Neapel wurde schließlich durch ein Engagement an der New Yorker Metropolitan Opera gekrönt. Dort hatte man Aufnahmen von ihm gehört und war auf das Talent aufmerksam geworden.
Schon damals wurde die wichtige Bedeutung der Plattenfirma offenbar. Ein Talent, das von der Plattenfirma entdeckt und gefördert wird, kann zu Weltruhm gelangen. Natürlich gibt das der Industrie eine große Macht, die in vielen Fällen auch die freie Entwicklung der Musik einschränkt. Natürlich suchen sie nach einem Produkt, das sich vermarkten lässt. Somit nehmen sie, besonders bei Nachwuchsstars einen großen Einfluss auf die Wahl und Gestaltung der Stücke, die aufgenommen werden.

Im Jahr 1948 sorgte die Einführung der Single für einen neuen Boom in der Musikindustrie. Sie vereinten hohe Qualität mit einer schnellen und preisgünstigen Produktion. Auf diese Weise konnte man ideal auf die Wünsche der hauptsächlich jugendlichen Kunden eingehen. Man konnte zum einen schnell auf deren wechselnden Musikgeschmack reagieren und zum anderen ein Produkt anbieten, das sich auch Schüler vom Taschengeld leisten konnten.

Radiosender, die bereits seit den zwanziger Jahren existierten, und Plattenfirmen entwickelten ein Zusammenspiel, dass einen weiteren Motor der Industrie darstellte : das Chartsystem. Den Plattenfirmen wurde es möglich, ihr Angebot danach zu orientieren, was in den Charts der der einzelnen Radiostationen angesagt war.

Ende der siebziger Jahre erlebte die Branche jedoch einen starken Einbruch mit rückläufigen Zahlen, der erst durch die Einführung der Kompakt CDs wieder aufgefangen werden konnte.
Dennoch ist das Musikgeschäft nicht nur von den großen Verdiensten geprägt, die ein Außenstehender vermuten mag. Statistisch gesehen spielen nämlich von zehn Produktionen acht nicht einmal die Produktionskosten ein.
Deshalb wird auch immer wieder versucht, mittels Marktforschung und anderen Analyseverfahren den nächsten Hit vorherzusagen. Auch Castingshows sind heute eine beliebte Methode, um neue Künstler zu finden.
Spätestens seit Ende der neunziger Jahre ist in der Industrie eine neue Krise zu verspüren. Das Konsumentenverhalten hat sich einfach gewandelt. Die Hauptzielgruppe, nämlich die Jugendlichen, interessieren sich heute neben Musik auch für Computer, Handys und Computerspiele und verteilen ihre Kaufkraft über diese Sektoren. Dazu kommt, dass Musik vom Internet oft kostenlos heruntergeladen werden kann. Dabei gibt es Originalqualität und viele Konsumenten sind auch dazu ausgerüstet, ihre eigenen CDs zu brennen. Mithin sinken die Umsätze in der Musikbranche. Zwar versucht die Branche, ihre Urheberrechte zu schützen und erzielte zunächst auch einige Erfolge. So musste im Jahr 2001 eine der bis dahin beliebtesten Tauschbörsen schließen. Auch heute sehen sich die Gerichte mit einer Flut von Abmahnungen konfrontiert, die aus Urheberrechtsverletzungen in der Musikbranche resultieren. Ein Beschluss vom Oberlangesgericht Köln sorgte in diesem Sinne im Jahr 2011 für Aufsehen. Hier legte der Richter erstmals ein Ablaufdatum für geschützte Inhalte fest. Laut des Beschlusses sind diese nach sechs Monaten kommerziell nicht mehr relevant. Das würde also bedeuten, dass Musikstücke sechs Monate nach ihrem erscheinen unbegrenzt downgeloaded werden können. Natürlich handelt es sich hier um ein einzelnes Urteil, dass zunächst nur begrenzte Gültigkeit hat. Jedoch zeichnet sich eine Tendenz ab, die für die Musikbranche nur wenig vorteilhaft ist.
Jedoch wehrt sich die Branche und versucht, die neue Entwicklung in der Technik für sich auszunutzen. Vielerorts kann man die aktuellsten Titel heute gegen Entrichtung einer Gebühr herunterladen. Dabei sind die Kosten für den Download gering, so dass mehr und mehr Personen davon Gebrauch machen. Natürlich fördern diese Downloads auch den Verkauf der relativ teuren MP3 Player, die zum Abspielen der Musik gebraucht werden. Somit verfolgt die Branche also wieder ein ähnliches Prinzip wie einst Emil Berliner mit dem Grammophon und den Schallplattenaufnahmen.
Trotz der lebhaften Diskussion um die Downloads haben jedoch die herkömmlichen Tonträger bis heute ihre Wichtigkeit für die Musikbranche nur in geringem Maße eingebüßt. So wurden im Jahr 2012 rund 80 Prozent der Einnahmen der Musikindustrie durch den Verkauf von physischen Tonträgern, wie CDs, Musik DVDs und LPs erzeugt. Dabei ist auffällig, dass Singles immer häufiger heruntergeladen werden, ganze Alben jedoch lieber als CD gekauft werden.

Die Charts - Thermometer des Marktwerts eines Künstlers

Die Fans warten jede Woche mit Spannung auf die Charts. Man hofft, dass die Band, oder der Interpret, den man bevorzugt, auf einer guten Position verzeichnet ist. Für Plattenfirmen und Künstler dienen sie als Messgerät für den Erfolg. Wer es in den Charts bis ganz nach oben bringt, hat es erst einmal geschafft. Die Titel, die man in den Top Ten findet, werden vom breiten Publikum als gut und erfolgreich eingeschätzt. Diese Tonträger werden in den Geschäften in erster Reihe angeboten und ertönen auch im Radio mit großer Häufigkeit. Die Charts repräsentieren den Mainstream der Musik und oft lassen sich Kaufwillige auch von der Hitparade leiten. Man kauft was in ist und in ist, was sich in der Top Ten platzieren kann.
Die Hitparaden messen die Beliebtheit eines Titels nach verschiedenen Gesichtspunkten. So können bei einigen Charts die Hörer telefonisch abstimmen. Bei wieder anderen Hitparaden werden die Verkaufszahlen der Händler oder der Plattenfirmen zu Grunde gelegt. Die Airplay Charts richten sich nach der Häufigkeit, mit der ein bestimmter Titel im Radio gespielt wird. Hierbei wird immer wieder versucht, eine möglichst große Objektivität zu erzielen. Die meisten Charts erscheinen wöchentlich. Auf diese Weise kann immer wieder mit Schnelligkeit auf neue Titel reagiert werden.
Das System der Charts ist keineswegs neu. In Amerika wurde schon im Jahr 1914 eine Hitparade vom Musikmagazin Billboard erstellt. Dazu wurde eine Umfrage veranstaltet, um zu erfahren, welche Musik in öffentlichen Gebäuden gespielt wurde. In den dreißiger Jahren spielte dann auch der Rundfunk zum ersten Mal eine Rolle bei der Erstellung der Charts. Die Hörer konnten hier schriftlich ihr Urteil abgeben und damit zum Erstellen der Hitparade beitragen. Später wurde auch noch ein anderes System angewendet. Mit der zunehmenden Beliebtheit der Musikboxen wurden in diese Zählwerke installiert, die darüber Aufschluss gaben, welche Titel am meisten gespielt wurden.

In Deutschland werden die offiziellen Charts heute vom Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft bei einem Meinungsforschungsinstitut in Auftrag gegeben. Natürlich kommt es seitens der Produzenten hin und wieder zu Versuchen, dieses System zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Deshalb sind auch strenge Kontrollen etabliert worden, um die Charts so neutral wie möglich zu gestalten.

Musik Festivals in aller Welt

Auch heute sind Musikfestivals in aller Welt beliebt und alljährliche werden viele solche Ereignisse inszeniert und von den Zuschauern genossen.
Ein berühmtes Festival, dass bis heute die friedliche Hippie Bewegung in Amerika verkörpert, war Woodstock. Hier versammelten sich im August des Jahres 1969 im Bundesstatt New York 32 Bands und Solisten und spielten auf einem drei Tage dauernden Konzert Rock, Soul und Folk für eine Zuschauerschaft von 400 000 Personen. Die Zustände auf dem Festival Gelände waren chaotisch, da sich viel mehr Zuschauer zum Konzert einfanden, als ursprünglich voraussehbar war. Dennoch entwickelten sich die Tage in friedlichem Musik Genuss und das Festival ist bis heute als eines der größten Ereignisse in die Musikgeschichte eingegangen.

In Deutschland begann die Geschichte der Musikfestivals ein wenig später. Im Jahr 1970 fand das erste deutsche Festival auf der Insel Fehmarn statt. Hier hatte unter anderem Jimi Hendrix seinen letzten Auftritt..
Im Jahr 1985 fand zum ersten Mal das Festival Rock am Ring statt. Dieses Festival, das alljährlich auf den Nürburgring in der Eifel stattfindet, dauert jeweils ein Wochenende und weißt regelmäßig hohe Besucherzahlen auf. Es gehört in den letzten Jahren zu den renommiertesten Festivals in Deutschland. Jahr für Jahrpräsentieren sich mehr als 80 Bands auf drei verschiedenen Bühnen.
Wer Heavy Metal bevorzugt, besucht in Deutschland das Wacken Open Air Festival, das seit 1990 stattfindet. Möchte man sich elektronische Musik in einem überdachten Ambiente gönnen, so steht das Mayday zur Verfügung, dass regelmäßig am 30. April in der Dortmunder Westfalenhalle ausgetragen wird.

Das größte europäische Musikfestival findet in Österreich statt. Für drei Tage kommen Millionen von Besuchern zum Donauinselfest in Wien zusammen. Hier geben sich die großen der europäischen Musikszene ein Stelldichein. 1992 begeisterte hier Udo Jürgens die Massen. Seitdem traten Stars, wie Leningrad Cowboys, Christina Stürmer und Ana F. auf. Das Festival verfügt über ein außergewöhnliches Sicherheitskonzept, dass einen reibungslosen Ablauf gewährleistet.
Weitere berühmte Events sind das Sziget Festival in Europa, das im Jahr 2011 zum besten Festival Europas gewählt wurde. Das Elektromusik-Festival Sónar in Barcelona gehört ebenfalls zu den musikalischen Ereignissen, auf die man sich immer wieder freut.

Klassische Musik heute

Auch die klassische Musik findet heute ihren Rahmen. Eine Vielzahl von Konzertsälen und Orchestern und Chören sorgt für ein reges Leben in diesem Genre. Aus diesem Grunde gilt Deutschland auch heute als Land der Musiker.
Jedoch wird das Publikum, dass in Deutschland heute klassische Musik noch gerne hört, immer weniger. Besonders in den Altergruppen unter 25 Jahren treffen die Klassiker kaum noch auf Interesse. Die rückläufige Tendenz ist also mit einer Überalterung des Publikums, das heute noch klassische Musik liebt, zu begründen. So sind auch mehr als 80 Prozent der 132 Orchester, die es zur Zeit in Deutschland gibt, von öffentlichen Subventionen abhängig.
Dennoch gibt es in Deutschland jedes Jahr große Events, die Klassikerfreunde aus aller Welt anlockt und dem Ruf Deutschlands als Hochburg klassischer Kultur Ehre macht. Dazu gehören beispielsweise die Wagnerfestspiele in Bayreuth. Sie werden jedes Jahr im August in dem von Richard Wagner geschaffenen Festspielhaus veranstaltet. Die ersten Festspiele gehen auf das Jahr 1876 zurück, als hier der Ring der Nibelungen zur Uraufführung kam. Nach Wagners Tod organisierte seine Witwe Cosima die Festspiele zunächst in unregelmäßigen Abständen. Als sie schließlich im Jahr 1908 die Leitung der Festspiele an ihren Sohn Sigfried abgab, erlebten diese eine Modernisierung. Der erste Weltkrieg und die Inflation der zwanziger Jahre stellten eine Unterbrechung der Festspiele dar. Später identifizierte sich der Nationalsozialismus mit Wagners Musik und finanzierte auch die Festspiele. Dies trug den Festspielen jedoch einen mehr als schlechten Ruf ein. Erst im Jahr 1951 gelang es der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth ein erneutes Festspiel zu organisieren. Wieland Wagner inszenierte Parsifal
Heute finden jährlich zur Festspielzeit 30 Vorstellungen statt, die schon lange im Voraus ausverkauft sind und von rund 60 000 Zuschauern gesehen werden. Auf einer speziellen Bühne gibt es in Bayreuth auch Wagner für Kinder. Mit diesen Vorstellungen werden die Werke des alten Meisters der jungen Generation näher gebracht. Solche Ideen sind dazu angetan, auch in zukünftigen Generationen mit Opernliebhabern zu zählen und dieses Stück Kulturgeschichte in Deutschland lebendig zu halten.

Die Stadt Bonn ist als Geburtsstadt von Ludwig van Beethoven schon seit 1845 Gastgeber für das Beethovenfest. Mit der Eröffnung der Beethovenhalle im Jahr 1959 setze sich das Festival an die Spitze der internationalen Musikereignisse. Doch erst seit 1994 sind Fragen um öffentliche Zuschüsse hinlänglich geklärt worden, die es den Veranstaltern erlauben, alljährlich ein Beethovenfest auszurichten. Das Fest ist heute ein großes Ereignis, dass nicht nur mit den Konzerten, sondern auch mit einem umfangreichen Rahmenprogramm Begeisterung auslöst. Die ganze Stadt ehrt für ein Paar Tage ihren große Bürger und lädt die ganze Welt dazu ein. Auch beim Beethoven Festival ist es ein wichtiges Anliegen, junge Menschen für das Werk Beethovens zu interessieren. Deshalb gibt es im Rahmen des Festivals auch ein ansprechendes Angebot für die junge Generation, zu dem Schülerprojekte und stilübergreifende Konzerte gehören.
In Bonn treffen sich zum Beethovenfest Dirigenten und Orchester von Weltrang und lassen die Stadt zum Hintergrund für Musikgenuss pur werden. Hier ist klassische Musik noch wahrhaft lebendig

Musik jeder Stilrichtung hat heute, genau wie einst einen großen Einfluss auf die Menschen. Ob man die elektronischen Klänge moderner Musik vorzieht, oder sich hin und wieder gerne einmal eine Symphonie der alten Klassiker gönnt, Musik ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens und schafft Wohlbefinden. Heute ist sie ebenfalls ein Mittel der Völkerverständigung und ein wichtiger Aspekt der Globalisierung. Musik, die hier, genau wie in aller Welt gerne gehört wird, kann Brücken schlagen und dazu beitragen, soziale, ideologische und sogar religiöse Schranken zu brechen und eine Basis für ein friedliches Miteinander zu schaffen. Mit Musik bringen Menschen ein wenig Schönheit in den täglichen Alltag und gestalten ihr Leben ganz einfach lebenswerter.

Die beliebtesten Musikrichtungen

Ein Erklärung der folgenden Musikrichtungen finden Sie für Rock, Pop, Dance, Jazz, House, Schlager, Hip Hop, Indie, Metal, Country, Volksmusik, Punk, Techno, Hardcore, Soul, Raggae.