Die
Klassik tut es, die Volksmusik tut es, der Schlager tut es und der
Hörer tut es eigentlich schon immer. Musik nach Themen, Stimmungen,
Aussagen oder Geschmack zusammenstellen. Nichts anderes ist Compilations
Musik. Noch bis in die 1980er Jahre hinein, saßen viele Musikliebhaber
am Radiogerät und schnitten auf MC die Hitparade mit, Thema hier: Die
Hits der Woche, also eine Zusammenstellung unter einem Thema.
Der Begriff Compilations Musik wird heute von der Musikindustrie aber im
Wesentlichen professionell verwendet, quasi als eigene Richtung der
Populärmusik, andere Begriffe wie Sampler oder Hitkopplung besagen zwar
dasselbe, engen aber den Radius ein. So kann beispielsweise ein Album
aus Aufnahmen von einem oder mehreren Interpreten bestehen.
Zusammengestellt wird es dann aus einer Vielzahl von Musiktiteln - ob
als Studioaufnahmen, Livemitschnitten oder Demos - und dieses Album dann
als Compilations veröffentlichen. Das klassische Best-Of-Album, das in
der Regel die erfolgreichsten oder bekanntesten Titel vereint, fällt
ebenso unter dieser Begrifflichkeit. Selbst wenn der Künstler oder die
Gruppe bereits ein solches Album veröffentlicht hat, wird nicht selten
ein ähnliches Compilations-Album aufgenommen mit variierten Aufnahmen
oder aktuellen Einspielungen zum zusätzlichen Kaufanreiz. Im Interesse
vieler Fans werden auch solche Alben zusammengestellt, die Raritäten wie
Live-Mitschnitte oder Songs von der B-Seite aufnehmen. Als bekannte
Sammlungen dieser Art können auch Aufnahmen diverser Künstler unter
einem Film-Soundtrack genannt werden, oder als Kombination mehrerer
Versionen, wie LPs und EPs zusammen auf einer CD. Solche Compilations
Musik sind zwar mehr an den Fankreis der jeweiligen Plattenkünstler
gerichtet, können aber dennoch auch für ein breiteres Publikum
interessant werden, wenn z.B. der Artist einen neuen Popularitätsschub
erlangt; so werden z.B. beim Tod eines Künstlers oft dann solche
Sammel-Alben als Vermächtnis wahrgenommen und erreichen - wie zuletzt
bei Michael Jackson - ungeahnte Charterfolge.
Ein weiterer großer Zweig der Compilations Musik sind Alben mit
verschiedenen Künstlern, die sich zu einem Thema vereinen lassen z.B.
Weihnachtsalben. Nicht zu vergessen sind die unterschiedlichen Genres,
welche sich unter einem großen Thema, verbunden mit einem Unterthema,
zusammenstellen lassen. Beispiel Rock in den 60ern oder Jazz-Künstler
der letzten zehn Jahre usf. Am populärsten und bekanntesten sind wohl
die seit den 1970er Jahren gern gekauften Hitalben, die in der Regel die
Charterfolge eines Jahres versammeln. Aus anfänglich einer LP mit
vielleicht 14 oder 16 Singleerfolgen folgten die Doppel-Alben der 1980er
Jahre bis hin zu heute beim (noch) dominierenden CD-Format mit nicht
selten zwei oder drei Scheiben.
Die Vorteile auf der Seite der Musikindustrie liegen klar auf der Hand.
Eine Wiederverwertung quasi ohne neue Kosten, die gleichzeitig den
Künstlern als Werbung für ihre Musik dient und ihnen ein gesteigertes
Interesse auch an älteren oder zukünftigen Aufnahmen sichert oder an
eine geplante Konzert-Tour. Ökonomisch relevant ist auch das
Business-to-Business-Prinzip. So verzahnen sich verschiedene Medien
(bsw. Radio mit Musik, Musik mit TV oder Film, Film mit Videopielen,
Videospiele mit Musik oder TV mit Werbung), so dass nicht nur ein Medium
allein Teil des Getriebes ist, sondern durch die Multi-Media-Nutzung
auch entsprechend viele an Compilations Musik verdienen können bzw. ihre
Anteile am Erfolg haben.