Als Jazz Musik wird ein Musikgenre bezeichnet, dass um 1900 im Süden der
USA entstanden ist und größtenteils duch die afroamerikanische
Bevölkerung hervorgebracht wurde. In den folgenden Jahrzehnten kam es
zur Entwicklung zahlreicher Subgenres des Jazz in Verbindung mit anderen
Musikrichtungen und Genres. Heute bezeichnet man als Jazz auch
Musikformen, die nur noch gering oder überhaupt nicht mit den
Traditionen afroamerikanischer Musik verbunden sind. Hinsichtlich seiner
künstlerischen Bedeutung wird Jazz im Allgemeinen als Pendant Amerikas
zur klassischen Musik Europas verstanden. Für Musikrichtungen wie Pop,
Blues oder Folk wurde der Jazz richtungsweisend und eröffnete zahlreiche
neue musikalische Möglichkeiten.
Jazz Musik baut als Musikstil auf einem Tonsystem europäischer Art auf
und nimmt sich sowohl der europäischen Melodik als auch Harmonik, aber
auch klassischen Songformen und europäischen Intrumenten wie Klavier,
Gitarre, Bass, Trommeln oder Blasinstrumenten an. Die ursprünglich
europäische Musikkultur wurde im Jazz neu definiert und konzeptioniert.
Die zentralen Charakteristika von Jazz sind im Allgemeinen ausgefeilte
Rhythmik, besonders im Swing oder Grooce, die Interaktion am Beispiel
von Call & Response sowie Spontanität in der Liedfindung als auch
eine Tonbildung, die sich am vokalen Ausdruck orientiert. Auch wird der
Jazz in seiner Grundform auch immer wieder auf das besondere Empfinden
von Musik der afrikanischen Musikkulturen zurückgeführt, wodurch er als
Musikstil eine hohe Konzentration auf den Rhythmus als grundständiges
Element legt.
Es gibt verschiedene Merkmale von Jazz, die auch neue Strömungen und
Variationen auf seinen Ursprung Jazz zurückführen. So steht neben der
typischen Jazz-Rhythmik, die über einen teilweise sehr polyrhythmischen
Charakter verfügt, auch die Improvisation im Mittelpunkt der Jazz Musik.
Dabei kommt es vor allem auf die Individualität der einzelnen Musiker
an und deren Stilistik. Auch werden beim Jazz immer wieder Bezüge zu
vorangegangenen Jazzstilen geschaffen. Mit der Verbreitung von Jazz hat
sich auch eine spezielle Jazzforschung etablieren können, die den Jazz
nicht nur als eine komplexe Unterhaltungsmusik definiert, sondern die
besondere kulturelle Leistung dieser Musikart hervorhebt. Durch die
Jazzforschung stieg die Popularität von Jazz und dies führte dazu, dass
ab den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts weltweit die
Begeisterung für den damals neuen Jazzstile Modern Jazz stetig wuchs.
Bis zum Ende der 1960er Jahren entwickelten sich zahlreiche Stile aus
dem ursprünglichem Jazz. Die bekanntesten sind der New Orleans Jazz,
bekannt als Dixiland, der Chicago Jazz, sowie Swing, Cool Jazz, Free
Jazz und der Rock Jazz.
Mit den 70er Jahren kam es zu zahlreichen Weiterentwicklungen und
Neufindungen innerhalb der Jazz Musik, wobei seit dieser Zeit keine
allgemeingültige Bezeichnung der einzelnen neuen Stile mehr möglich ist,
da die stilistischen Entwicklungen aufeinander aufbauten, gemischt
worden und auch Jazzmusiker und Musikerkreise für ihre jeweilige Jazzart
ganz unterschiedliche Bezeichungen prägten. Daher wurde der Jazz als
Begriff in den vergangenen Jahrzehnten und bis heute dafür angewendet,
um Musikstile mit einer jazzigen Basis bezeichnen zu können.
Mittlerweile ist Jazz kein rein westlicher Musikstil mehr, in
zahlreichen Ländern weltweit konnten sich eigene Jazzstile durchsetzen,
die die Basis des Jazz mit den eigenen kulturellen Aspekten zur freien
Interpretation nutzten. Heute ist der daraus entstandene Ethno-Jazz
einer der komplexesten Musikstile unserer Zeit.