Popmusik heißt in seiner eigentlichen Bedeutung Volksmusik. Bereits im
Jahr 1773 hatte Johann Gottfried Herder eine Rezension über verschiedene
britische Balladen unter dem Titel Popular Songs veröffentlicht und
damit der Popmusik als populäres Liedgut eine noch heute gültige
Definition gegeben. Mit der Erfindung der Lithographie gab es zum Ende
des 18. Jahrhunderts darüber hinaus eine neue Möglichkeit zur weiten
Verbreitung von Liedern in Notenschrift, was dafür sorgte, dass sich
Liedgut weit verbreiten und in das Gedächtnis der Menschen prägen
konnte. Die Massenproduktion von Liedgut hat hier ihren Anfang. Mit dem
Einsatz der neuen Erfindung Dampfmaschine und neue mechanische
Produktionsmöglichkeiten konnten die Auflagen von Notenblättern und
Liedtexten noch weiter gesteigert werden. Auch durch die zunehmende
Geschwindigkeit im Verkehrswesen mit dem 19. Jahrhundert beschleunigte
sich auch der Austausch von kulturellen Gütern, wie Musik und
Liedtexten.
Als Mutterland der Popmusik wird im Allgemeinen die USA gesehen. Es
entwickelte sich mit dem Jazz die erste Form von Pop, basierend auf der
Blackmusic und dem Ragtime des 19. Jahrhunderts. Als eine perfekte
Symbiose von Ragtime und Jazz zu einer Form von Pop wird noch heute der
Song The Entertainer von Scott Joplin gesehen. Mit der Möglichkeit zur
Tonaufnahme und den ersten Vorrichtungen zur Schalplattenpressung ab
1920 entstanden mit dem Pop auch die Musikmedien und die Musikindustrie
in einem großen, kommerziell ausgerichteten Rahmen. Die Platten wurden
zu verhältnismäßig günstigen Preisen verkauft, so dass sich breite
Bevölkerungsschichten mit populärer Musik versorgen konnte. Dadurch
gelangte Musik von der Bühne in das Wohnzimmer. Besonders Blues und
Country verdrängten in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts den
seit dem 19. Jahrhundert beliebten Ragtime. Herausragende Namen sind zum
Beispiel Bessie Smith und auch John Lee Hooker. Aber erst mit dem Swing
der 30er und 40er Jahre erreichte Popmusik eine Massenwirkung und
Tanzbarkeit, die bisher noch nicht bekannt gewesen ist. So wurden Glenn
Miller, Duke Elington und auch Benny Goodman zu den bekanntesten
US-Musikern jener Zeit und stehen für die Anfänge einer völlig neuen
Musikart. Der erste richtige Popstar war allerdings Elvis Presley, der
in den 1950er Jahren ein Millionenpublikum mit seinem Rock´n Roll in den
Bann zog. In den 1960er Jahren gesellte sich zum Rock´n Roll der Twist
und mit dem Beginn der Beatles-Ära 1962 wurde Popmusik weltweit berühmt.
Es entstand eine eigene Kultur, die in alle Bereiche des Lebens Einzug
fand. So wurden zahlreiche Tanzlokale, Musikläden, Plattenfirmen,
Radiosender und Diskotheken gegründet. Die Flowerpower-Bewegung im Zuge
des Vietnamkrieges sorgte zusätzlich für eine weitere Verbreitung
verschiedenster Popmusikstile. Zur Auflistung aktueller Songs wurden
Hitparaden und Charts gegründet. Gruppen wie ABBA oder The Eagles
prägten weltweit die Musik der 1970er Jahre. Mit der Neuen Deutschen
Welle zu Beginn der 1980er Jahre wurde in Deutschland der Pop vollkommen
revolutioniert, da nun vermehrt elektronische Genres mit ganz normalem
Pop gemischt wurden. Besonders die 1990er Jahre brachten zahlreiche
Popstars hervor, wofür auch zahlreiche Jugendmagazine und
Musikfernsehsender sorgten. Zum King of Pop avancierte der seit den
1980er Jahren weltweit erfolgreichste Popmusiker Micheal Jackson,
Madonna wurde zur unbestrittenen Königin des Pop gekrönt. Mitte und Ende
der 90er Jahre waren es aber allen voran Boy- und Girlbands wie die
Backstreet Boys oder die Spice Girls, die massenweise Hallen füllen
konnten und Millionen von Alben verkaufen konnten.
Noch heute ist Popmusik die wirtschaftlich bedeutenste Musik weltweit.
Auf ihr basiert eine komplette Musikindustrie mit zahlreichen weiteren
Wirtschaftszweigen wie Merchandising, Fernsehen und Printmedien.