Rap
Musik stammt im Ursprung aus der afroamerikanischen Kultur und steht in
der Tradition der sogenannten Griots. Ende der 1960 entstand Rap aus
dem in Jamaika verbreitetem Toasting. Den Anfang machten DJs in den
Großstadtdiskotheken der USA, besonders in New York, in dem sie zwischen
den Musikstücken immer wieder Ansagen und Sprüche machten, die sie
allmählich in einer Reimform und alsbald mit verschiedenen Beats
vortrugen. Primär wurden dafür Funk-Platten gescratched oder auch
backspinned und darüber die Ansage gemacht. Allmählich betraten MC´s als
Unterstützung der DJs auf die Bühne und etablierten den Rap als einen
festen Bestandteil der aufgelegten Musik. Zunehmend wurden die Texte
länger und auch vom Inhalt her gewichtiger, so dass man alsbald zum
Storytelling überging und sicher dadurch auch die Bezeichung Rapper
anstelle von MC etablieren konnte.
Als die weltweit erste Aufnahme eines Raps wird die Single Personality
Jock von Fatback Band favourisiert, aber auch die frühen Platten von
Last Poets gelten als wichtige Grundsteine des Raps, der Musik der
gesprochenen Reime. Zu den ersten kommerziell erfolgreichen Rap-Stücke
zählen die Werke von Grandmaster Flash und der Sugarhill Gang, die in
den 1980er Jahren herausgebracht wurden. Ebenso traten Rapper wie Run
DMC, LL Cool J oder auch die Beastie Boys in das Rampenlicht und haben
erheblichen Anteil an der Durchsetzung von Rap Musik außerhalb von Clubs
und Getthos. Mit der Etablierung von Rap Musik als eigenen Musikstil
traten politische und sozialkritische Themen zunehmend in der
Vordergrund bei den Texten. Besonders hervorstechend waren hier Public
Enemy zum Ende der 80er Jahre gewesen. Der Rap wurde als Transformator
zur Verbreitung bestimmter Botschaften verstanden und ebenso als
Sprachrohr, um existente politische und soziale Misstände auf
musikalischem Weg anprangern zu können.
Für die afroamerikanische Bevölkerung wurde Rap zu einer Form der
Vergangenheitsbewältigung. So wurden besonders in den 1990er Jahren in
verschiedenen Rapsongs immer wieder die Lebensumstände in den
amerikanischen Getthos beschrieben und ebenso Probleme wie Kriminalität
und Drogen angesprochen. Die Öffentlichkeit reagierte gemischt auf die
populärer werdende Musikrichtung. Einige Medien verteufelten Rap und
verwiesen auf die im Rap oft angewandten Schimpfwörter, Flüche und
kritischen Inhalte, woraus die mediale Bezeichung Gangsta Rap für eine
bestimmte Art von Rappern wie 2Pac oder NWA entstanden ist. Die Rapper
selbst nutzten ein sogenanntes Badboy-Image zur eigenen Vermarktung und
Bekanntheitssteigerung, da man erkannte, dass sich Songs über
Aggressionen, Kriminalität und das Gangsterleben besser verkaufen, als
Texte mit einem tieferen Hintergrund. Auch der Musikindustrie war dies
nicht entgangen und zunehmend begann man Rapper direkt von der Straße zu
engagieren.
Soziologen sehen in der Vermarkung von Gangsta Rap eine Parallele zur
Vermarktung des amerikanischen Boxens, besonders hinsichtlich
bestehender Feindschaften verschiedener Raplager, was in den 1990ern mit
einem Krieg zwischen East- und Westcoastrappern endete, dessen
berühmtesten Opfer 2Pac und Notorious B.I.G gewesen sind. Heute zählen
Jay-Z, 50 Cent, Snoop Dog, Eminem und Dr. Dre zu den erfolgreichsten
Rappern weltweit. Das Geschäft mit Rap floriert seit 20 Jahren. Zur
Abgrenzung dieser Kommerzialisierung haben sich aber zahlreiche Künstler
auf den Oldschool- und Undergroundrap konzentriert und sprechen sich
somit gegen die entsandene Massenkompatibilität von Rapmusik aus.