Auf die Frage "Was ist Musik" lässt sich eine kurz formulierte Antwort geben: Es handelt sich hier um die kulturelle Fähigkeit des Menschen, Klänge zu erzeugen und willkürlich zu ordnen. Aus diesem Ansatz heraus ergibt sich:
Einerseits stellt sich die Frage "Was ist Musik?" im historischen Horizont der Kulturgeschichte und andererseits im Zusammenhang mit den biologischen Wahrnehmungsfähigkeiten von Lebewesen, insbesondere von Menschen.
Der Entstehungszeitpunkt der ersten Musikinstrumente, die archäologisch
identifiziert wurden, kann auf bis zu 50.000 Jahre zurückdatiert werden -
ebenso lässt sich die Frage "Was ist Musik?" nicht nur im Zusammenhang
mit nur einem Kulturkreis stellen: Sondern die asiatische, afrikanische
und europäische Musikgeschichte lässt sich in unterschiedliche Konzepte
untergliedern. Hier ist gemeint: Jeder Kontinent kennt eine Anzahl
unterschiedlicher Harmonielehren, die zu einem unterschiedlichen
historischen Zeitpunkt mit Funktionen belegt waren oder auch schlicht
als Kunst oder Ästhetik empfunden wurden.
Nicht nur für den Tanz, zur Unterhaltung bzw. Entspannung oder für
rituell-geistliche Zwecke wurde und wird Musik eingesetzt, auch Alarm-
oder Benachrichtigungsfunktionen lassen sich über musikalische Sequenzen
vermitteln, die in Form von akustischen Schallwellen von Hörern
aufgenommen werden - neurologisch bzw. psychologisch werden diese in
unterbewusste Impulse der Freude, Trauer oder Angst verwandelt oder im
Zusammenhang mit einer vorher vereinbarten (künstlerischen oder
aktionsorientierten) Bedeutung interpretiert.
Auf der technischen Ebene der Klangerzeugung lässt sich die Frage in verschiedene Kategorien auflösen:
Tonhöhen ergeben sich aus der Schwingungsgeschwindigkeit der Schallwellen: Langsame Schwingungen ergeben tiefe Töne und umgekehrt. b) Klangfarben ergeben sich z. B. durch das Material, die Größe, die Bauform von Musikinstrumenten: Tatsächlich handelt es sich auch hier um die Natur von Schallwellen, die jedoch so vom menschlichen Ohr nicht wahrgenommen werden (Obertöne). Die c) Dynamik nun definiert nicht den einzelnen Ton (somit nicht das einzelne Schallereignis), sondern hier ist von der Dauer und der Intensität eines Musikstückes die Rede und davon, wie schnell dieses in seiner Lautstärke anschwillt oder darin wieder abklingt und auch davon, mit Hilfe wie vieler Klangkörper (Sänger, Musikinstrumente, andere Hilfsmittel) ein Musikereignis überhaupt stattfindet.